Ilse Kubaschewski

Als Ilse Kubaschewski am 18. August 1907 unter ihrem Mädchennamen Kramp das Licht der Welt erblickte, war ihr nicht in die Wiege gelegt, dass sie einmal die „Grande Dame“ des deutschen Filmes werden sollte.

Nachdem sie bereits vor dem 2. Weltkrieg das Verleihgeschäft bei Siegel Monopol lernen konnte, begann ihre stürmische Karriere in der Nachkriegszeit. Die später in der Filmwelt respektvoll nur noch "die Kuba“ genannte Ilse Kubaschewski hatte bereits 1945, als sie die Kurlichtspiele in Oberstdorf im Allgäu übernahm, ein untrügliches Gespür dafür, welche Filme beim Publikum Anklang finden werden.

 Dieses Gespür, Unternehmergeist, Durchsetzungsvermögen und persönlicher Einsatz führten dazu, dass sie mit ihrer 1949 gegründeten „Gloria-Film“ in kürzester Zeit am Firmament des Filmhimmels unaufhaltsam aufstieg und bald zu den gefragtesten und populärsten Filmverleihern und Produzenten der 50er und 60er Jahre gehörte. Zu den Publikumsrennern der von ihr produzierten Filme der damaligen Zeit gehörten unter anderem die „08/15“-Trilogie, die „Trapp-Familie“, „Nachts wenn der Teufel kam“ und viele mehr. Ihr untrügliches Gespür für Filmstoffe führte auch dazu, dass die von ihr auf den deutschen Markt gebrachten ausländischen Filme, wie „La Dolce Vita“, „Die wilden Engel“ oder Tatis „Mon Oncle“ für sie ein enormer Erfolg wurden. Nachdem ihr nicht nur wirtschaftlicher Erfolg, sondern der Film als Kunstform am Herzen lagen, war sie Zeit ihres Lebens besonders darauf stolz, dass sie die Verfilmung des „Faust“ von Gustav Gründgens, ein noch heute vielbeachteter Film, produzieren konnte.

Anerkennung fand ihr Schaffen auch im Kreise der Juroren. So wurde eine ganze Reihe ihrer Filme mit bedeutenden Preisen, so auch dem bekannten „Bambi“ ausgezeichnet. Auch in Politik und Gesellschaft blieb ihr Wirken nicht unbeachtet. Als herausragende Unternehmerin wurde sie von der Bundesrepublik Deutschland mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Im Jahre 1987 erhielt sie den Bayerischen Verdienstorden.

Bereits bevor sie sich nach langem erfolgreichen Schaffen Mitte der 70er Jahre aus dem aktiven Geschäft zurückgezogen hat, hatte sich Frau Ilse Kubaschewski derjenigen Menschen, denen sie ihren Erfolg mitzuverdanken hatte, nämlich den Künstlern, von denen viele in wirtschaftliche Not geraten waren, angenommen und diese großzügig unterstützt. Ihr soziales Gewissen und das Engagement für „ihre Künstler“ führte dazu, dass sie im Jahre 1994 die Ilse Kubaschewski Stiftung errichtete, die zum einen in Not geratene Künstler unterstützt und sich zum anderen dem Thema einer humanen Pflege im Alter widmet.

Mit ihrem Tode im Jahr 2001 hat die deutsche Filmwirtschaft eine herausragende Repräsentantin, die die deutsche Filmlandschaft wesentlich mitgeprägt hat, verloren.

Ilse Kubaschewski

Ilse Kubaschewski